VIRGIN SNATCH „Act Of Grace“ (Mystic/Indie) Dies ist das vierte Album der Polen, die Testament als ihre groste Inspiration nennen. Das trifft es in der musikalischen Auseinandersetzung mit „Act Of Grace“ nur teilweise, viel mehr werkelt das Quintett in einer Grauzone aus harschem Thrash/Death und andererseits progressiverem Power Metal, der Nevermore und teils gar selige Sanctuary auf den Plan ruft. Der Gesang setzt dem mit seinem tollwutigen Bellen einen eher Death/Hardcore-artigen Unterton entgegen, bei dem psychotischem Beschworen im Clean-Bereich denkt man jedoch unweigerlich in Richtung Warrel Dane. Auch das Gros der Songs weist ahnlich komplexe Aufbauten auf, die man auch wahrend der Grunge-Seuche noch von einer kleinen Bastion aus Seattle vernehmen konnte. Geneigte Interessenten sollten hier mal ´Horn Of Plenty´, ´Don´t Get Left Behind´, ´Through Fight We Grow´ oder ´M.A.D. (Make A Donation)´ als Referenzen anzappen. Lediglich an den Wahnsinn der LSD-Fraktion kommen die Polen noch nicht ganz heran, ansonsten steckt hier schon sehr viel abgefahrenes Potential drin. Aber VIRGIN SNATCH konnen auch wesentlich schnorkelloser zur Sache kommen, wie recht simpel groovig zermalmende Nummern wie ´Walk The Line´ und das wutende, schnell auf die Zwolf ballernde ´Slap In The Face´ unterstreichen. An die eingangs erwahnten Testament erinnert man musikalisch am ehesten mit der nicht ganz so ernst zu nehmenden Saufnummer ´Daniel The Jack´. Der fette, druckvolle Sound von „Act Of Grace“ wurde im Hertz Studio von den Wieslawcy Brudern (u.a. Vader, Behemoth) verantwortet, und alles in Kombination katapultiert VIRGIN SNATCH in die international erste Liga in ihrer Disziplin. Fans der genannten Acts liegen mit diesem Album goldrichtig! (HD) 12 Punkte